
Sunn O)))
Die Sonne verdunkelt sich. Alle Farbe weicht aus dem Raum. Jegliches Zeitgefühl schwindet. Gefühle von Hoffnung und Glück liegen in weiter Ferne, während die schweren Klänge der Drone-Doom-Metal-Band Sunn O))) eine düstere Messe zelebrieren, an der man wie unter Hypnose gesetzt teilnehmen muss. So beschreibt sich das Hörerlebnis des neuen Albums von Sunn O))), “Monoliths and Dimensions”, am besten.
Was die beiden Amerikaner Stephen O’Malley und Greg Anderson hier abgeliefert haben, liegt irgendwo zwischen unerträglich und unendlich faszinierend. Lang ausgehaltene, harte, verzerrte Gitarrenakkorde bilden dumpfe Klangflächen, die ohne jeden Rhythmus auskommen – so beginnt “Aghartha”, der erste und finsterste Track des Albums. Irgendwann setzt die tiefe Stimme von Mayhem-Frontmann Attila Csihar ein, der die befremdlichen Lyrics dieses Songs in bleierner, bösartiger Schwere herauspresst. Mit fast 18 Minuten ist “Aghartha” der längste von nur vier Tracks auf diesem Album. Es folgt das mit fast 10 Minuten vergleichsweise kurze “Big Church” (mit dem gigantomanischen Zusatz “[megszentségteleníthetetlenségeskedéseitekért]“), das tatsächlich eine düstere Messe zu zelebrieren scheint. “Hunting and Gathering (Cydonia)” erinnert mehr an die Werke moderner Komponisten wie John Cage und György Ligeti als an Doom-Metal, während der letzte Track, “Alice”, es sogar schafft, mit einem Saxophon-Solo abzuschließen.
Sunn O))) ist garantiert keine Musik für jedermann. Viele werden die langsamen Riffs des Albums als langweilig und zu dissonant empfinden. Doch Sunn O))) und ihr neuestes Werk “Monoliths & Dimensions” schaffen es, das sonst so konservative Genre des Metal auf eine künstlerische Ebene zu heben, die genau das macht, was Kunst eigentlich tun sollte: zu polarisieren. Die einen werden sich unverständig von diesem Werk abwenden. Die anderen vollkommen in dieser extremen Form von Musik aufgehen.